Der Social CEO – Hype der Transparenz?

Das Forbes Magazin schrieb im September:

„CEOs sind in der einzigartigen Position den Ruf der Verbraucher nach mehr Unternehmenstransparenz in den Sozialen Medien zu beantworten.“

Forbes, Is Your CEO On Social Media? (17.09.2018)

Weltweit nehmen die sogenannten „Social CEOs“, also Unternehmensführer, die mit eigenen Accounts auf Social Media Kanälen aktiv sind, zu. Von den Fortune 500 Unternehmen haben 40% der CEOs eine Social Media Präsenz, nur 12% mehr als eine. Dabei ist dieses Thema viel älter, als manche vielleicht glauben mögen und keineswegs ein 2018er Hype oder ein 2017er.

Don´t follow the Hype?

Schon 2006 haben Robert Scoble und Shel Israel davon berichtet, wie wichtig Blogs für die Interaktion von CEOs mit Stake- und Shareholdern sein können. So berichtet Jonathan Schwarz, damaliger COO von Sun Microsystems:

„Während ein Journalist über meinen Blog schreibt, blogge ich über seinen Journalismus. Das ist eine Veränderung.“

Scoble, R. & Israel, S.; Unsere Kommunikation der Zukunft, München 2007, S. 75

Bob Lutz, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von General Motors, schätze die „direkte Kommunikationsverbindung mit der Welt“ in der „jeder ein Journalist sein kann“.

Slideshare Auszug: 
PubCamp 08 – Mark Jones – The Social Capital Revolution

Auch wenn die Utopie der „guten“ Sozialen Medien und der Chance der „unterdrückten Massen“ ein Stimme zu geben seit AFD, russischen Bots und @therealdonaldtrump karrikiert zu sein, bleiben bestimmte Fakten bestehen. Gerade für Menschen, die etwas mitzuteilen haben bieten Blogs oder Twitter für Führungskräfte die Möglichkeit, mit ihren Mitarbeitern, Ideen- & Geschäftspartnern oder auch Journalisten direkt zu interagieren. Die besodnere Chance, die sich dabei bietet, hat Mark Cuban, damaliger Besizter der Dallas Mavericks herausgestellt:

„(Mein Blog) war vor allem die Antwort auf die Medien. Ich war es leid, dass das Ergebnis von vierstündigen Interviews Berichte mit 500 Worten waren, die die Interviews falsch wiedergaben. Ich saß mit Fortune für ein, wie ich dachte seriöses Interview, zusammen und am Schluss stellte es sich als etwas völlig anderes heraus. Diese Typen waren der Auslöser für mich, mit dem Blogging anzufangen!“

Scoble, R. & Israel, S.; ebd.

(Vermutlich wir jeder, der schonmal mit der BILD gesprochen hat, ähnlich emfinden.)

Natürlich ist Bloggen nicht dasselbe, wie Twittern, doch das Prinzip bleibt das gleiche.

Transparenz ist mehr als eine Floskel

Ob Korruption bei Siemens, Volkswagen-Dieselbetrug oder Cum-Ex und Steuerhinterziehung bei der Deutschen Bank, Unternehmen haben mit unlauteren Praktiken zu kämpfen und das Image der handelnden Personen sinkt in den Keller. Es ist inzwischen für Unternehmen riskant, ihre Werte, unternehmerische Entscheidungen und politische und soziale Haltungen zu verschweigen. Immer mehr jüngere Käufer, verwenden digitale Transparenz als Messlatte um „saubere“ Marken zu identifizieren, bei denen sie kaufen oder arbeiten möchten – oder auch nicht.

Dabei sind social Media Aktivitäten der CEOs kein Allheilmittel und die nächste Hausse wird der neue Twitterkanal Ihres CEOs auch nicht auslösen. Doch Ihr Unternehmen wird – wenn die Strategie gut ist – über einen weiteren Vertrauenskanal zur Öffentlichkeit verfügen.
In guten Zeit kann er zum Aufbau emotionaler Bindung und zum  innovativem Austausch für beide Seiten dienen. In schlechten Zeit kann eine ehrliche Kommunikation helfen, Vertrauen zu erhalten und mit einem Perspektivwechsel Verständnis zu erreichen. Denn Welt ist selten so schwarz/weiß, wie einige Journalisten sie beschreiben.

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Mehr zum Social CEO unter: Der Social CEO – Eine Slidesharezeitreise


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